Die europäische Bühne besetzen !

Großer Erfolg für Symposium "Europäisch produzieren und kooperieren", 24./25. Juni 2007

Pressemitteilung vom 26. Juni 2007

Mit dem Aufruf, im politischen Einigungsprozess "Kultur als Motor in Europa" nicht nur als Leitgedanken zu apostrophieren, sondern in konkretes politisches Handeln umzusetzen, endete gestern das Symposium "Europäisch kooperieren und produzieren" in der Berliner Akademie der Künste.

250 Künstler aller Sparten der darstellenden Künste, Produzenten, Theaterleiter, Vertreter der wichtigsten europäischen Netzwerke aus 22 Ländern sowie der deutschen und europäischen Kulturpolitik diskutierten über die neue Positionierung von Kunst und Kultur im künftigen Europa. Dabei wurde die im Mai 2007 von der Europäischen Kommission veröffentlichte "Mitteilung über eine europäische Kulturagenda im Zeichen der Globalisierung" begrüßt, weil der Kultur im Kontext des interkulturellen Dialogs und als Element der internationalen Beziehungen eine größere Rolle als bisher zugemessen werden soll. Die Teilnehmer des Symposiums mahnten aber zugleich an, dass das geplante Budget für die Maßnahmen der Agenda in keinem Verhältnis zur gewachsenen Bedeutung von Kunst und Kultur stehe.

In aller Deutlichkeit wiesen sie auch auf die zunehmende prekäre soziale Lage der Künstler hin, ihren fehlenden sozialen Status und die vielfachen Hindernisse im Steuer-, Sozial- und Aufenthaltsrecht der EU-Staaten.

Die Kreativen forderten die Entbürokratisierung von Antrags- und Abrechnungsverfahren, eine Flexibilisierung der EU-Förderinstrumente, die Schaffung neuer Mobilitätsfonds für die Förderung des künstlerischen Austausches und eine aktivere Einbeziehung der Künstler in neue kulturpolitische Strategien und Förderprogramme der EU.
An die Adresse der Bundesregierung richteten die Teilnehmer die dringende Bitte, sich viel offensiver in die europäische Kulturpolitik einzumischen und mit eigenen nationalen Initiativen Signale über Deutschland hinaus für die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst und Kultur zu geben.

Für das deutsche Zentrum des ITI und den Fonds Darstellende Künste
Michael Freundt